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Die Flurbezeichnung "Mörliehausen" beschreibt das Gebiet im Dreieck zwischen Thüdinghausen, Großenrode und Behrensen, in dem das aufgelassene Dorf Mörliehausen lag. Der Ort wurde schon vor dem Dreißigjährigen Krieg nach einer Brandschatzung durch Einbecker Soldaten im Jahr 1479 während der Soester Fehde und einem weiteren Großbrand 1486 Stück für Stück aufgegeben. Die Bewohner zogen in die Nachbarorte und ackerten - dank neuer Transportsysteme war das nun möglich - von dort aus ihre Ländereien.

Das Wiesengebiet an der Ümmel oder auch Horrel genannt ist wohl seit 1800 v.Chr. besiedelt gewesen. Es müssen dort Pfahlbauten gestanden haben, da das Moringer Becken = Mulde in dieser Zeit noch von einem "Bergsee" von bis zu drei Metern Tiefe gefüllt war. Dieses Terrain hat also eine 4000 Jahre alte Siedlungsgeschichte

In "Mörliehausen" im Bereich der Horrel (topografisch Sundergraben) liegen die alten Feldlagen Horlfeld und die Horrelbreite. "Hor" bedeutet im Mittelhochdeutschen Sumpf und schlammiger Boden und die Horlbreite ist entsprechend das breite Sumpfland. Die alten Flurbezeichnungen sind noch heute gültig, da sie per Gesetz bei den Katasterämtern weitergeführt werden müssen.

Gegen Ende des 1. Weltkrieges wurde vom damaligen Besitzer Wilhelm Jungebehr versucht, den nordwestlichen Bereich des heutigen Feuchtbiotops trockenzulegen; Russische Kriegsgefangene, die in der Landwirtschaft Zwangsarbeit verrichten mussten, zogen Entwässerungsgräben und verlegten Dränagen in den sumpfigen Wiesen. Sie bewegten damals sehr viel Boden, der mit einer eigens dafür angelegten kleinen Feldlorenbahn abtransportiert wurde. Diese Maßnahmen entwässerten das Land aber kaum und es konnte weiterhin nur als "saure" Weide genutzt werden.

1997

In diesem Areal wurde ab 1998 vom Bürgerverein ein trocken fallendes Feuchtbiotop angelegt. Dazu wurde ein bereits bestehender Baumbestand zu einem Auewäldchen renaturiert und daneben in einer neuerworbenen Wiesenfläche der Teich angelegt. Dieses Projekt in der Größe von rund 4000 Quadratmetern wurde mit einem Kostenaufwand von 4500 Euro von den Vereinsmitgliedern in Eigenleistung fertig gestellt. Seit 2002 ermöglicht dort eine Aussichtsplattform Naturliebhabern und Spaziergängern die Beobachtung der sich wieder ansiedelnden Tier- und Pflanzenwelt. Gesichtet wurden in diesem Bereich wieder Rebhühner, Wildenten und auch ein Mauerseglerpaar.

Biotop, 1998

Biotop im Mai 2013