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Neben dem Engagement für die Natur fördert der Verein kulturelle Projekte in der Region. So engagierte er sich bei der Rekonstruktion des Totenhauses, das 1992 bei Rettungsgrabungen einer Siedlung aus der Roessener-Zeit an der Kreisstraße nach Moringen entdeckt wurde. Diese Anlage aus der Zeit um 4800 vor Christus gilt als eines der größten bekannten Erdwerke seiner Art in Deutschland. Nach Abschluss der Straßenbauarbeiten, wurde die Rekonstruktion nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen unter Federführung der Kreisarchäologie in Angriff genommen; die Arbeiten am Ortsausgang Richtung Moringen nahe des Fundortes sind nahezu abgeschlossen.

Jungsteinzeitdorf
ca. 6700 Jahre alt
Seit 1956 wurde ein Gebiet nördlich des Dorfes Großenrode regelmäßig nach vorgeschichtlichen Funden abgesucht. Die entdeckten
Gegenstände ließen eine jungsteinzeitliche Siedlung und ein Gemeinschaftsgrab vermuten. Da die Kreisstraße Großenrode- Moringen neu ausgebaut und begradigt werden sollte und die neue Trasse genau durch das Fundgebiet führte, wurde eine Notgrabung erforderlich. In den Jahren 1988/1989/1990 und 2003 wurden Grabungen von Dr. Andreas Heege (1988-1990 Grabung l) und Dr. Petra Lönne (2003 Grabung ll) geleitet. Die Rekonstruktion von Grab 2 wurde 2006 aufgrund neuester Forschungsergebnisse errichtet. Die Originalsteine von diesem Grab 2 wurden bereits 1995 am südlichen Ortsausgang aufgestellt.

Stark vereinfachte Skizze nach den Grabungsplänen von Dr. Petra Lönne und Dr. Andreas Heege

Stark vereinfachte Skizze nach den Grabungsplänen von Dr. Petra Lönne und Dr. Andreas Heege

Wall der Grabenbefestigung der „Rössener Kultur“
Der zugeflossene Graben der Wallanlage und die Standspuren von starken Pfosten, an denen wohl einmal eine Palisade befestigt war, zeichneten sich bei der Grabung als dunkle Verfärbung im hellen Lehmboden ab. Zwei Tore konnten festgestellt werden. Die Befestigung lässt sich zu einem Oval von 190m Durchmesser ergänzen.
Die Häuser
Aus der Vielzahl der Pfostenstandspuren im Inneren der Befestigung sind hier nur die Verfärbungen eingezeichnet, die sich den besterhaltenen Wohnhäusern zuordnen lassen. Im Ganzen sind neun knapp 30m lange Wohnhäuser nachgewiesen. Die Siedlung wird einige Generationen bestanden haben. Die Häuser hatten eine Lebensdauer von ca. 30 Jahren und wurden immer wieder erneuert.
Die Gemeinschaftsgräber 1 und 2 (ca. 4700Jahre alt)
Das Grab 2, von dem der „Seelenlochstein“ und ein weiterer Stein stammen, war besser erhalten und ist auch etwas älter als Grab 1.
Kreisgraben um einen Grabhügel der Bronzezeit (ca.3500 Jahre alt)
Der Hügel selbst ist restlos eingeebnet. Ein Holzbau - wahrscheinlich ein Überbau eines Grabes aus der Bronzezeit - wurde etwas westlich von Grab 1 entdeckt.
Pfostenspuren eisenzeitlicher Häuser (ca.2500 Jahre alt)


Zusatzinformation: In alten Gerichtsakten wird ein eisenzeitlicher Grabhügel beschrieben. Er lag ca. 100m westlich dieser Grabungsfläche und wurde nach 1883 abgetragen. Zwei weitere Grabhügel sind auf Luftbildern ca. 100m westlich und südlich der Grabungsfläche erkennbar.