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Großenrode ist eine uralte Siedlungsstätte im Moringer Becken.

Das belegen archäologische Grabungen, in deren Verlauf 1992 ein Dorf mit Langhäusern und einer Totenhütte aus der Roessener-Zeit (um 4800 v. Chr.) entdeckt wurde. Im Jahr 978 wird Großenrode so erstmals mit der Bezeichnung Nywenrode (=Neuenrode) aufgeführt und als Teil des Dorfes Thüdinghausen dem Kloster Fulda übereignet.

Der Thie markiert den alten Dorfmittelpunkt in Großenrode und ist eine Kreuzung wichtiger, überregionaler, alter Verbindungswege.
Auf dem Thie gab es einen alten Thietisch, der jedoch 1923 abgerissen wurde und als Fundament für den Bau des Ehrenmals zur Erinnerung an die Gefallenen der beiden großen Kriege verwendet wurde.

Die gelben Keupersandsteine des Tisches stammen aus dem Steinbruch am Scheerenberg. Das Ehrenmal stand von 1923 bis ca.
1965 auf dem Thieplatz und befindet sich heute an der Kirche.

Der Thieplatz ist von hohen Linden umsäumt und war bis zur Umsiedlung des Mahnmals mit Staketen eingezäunt.

Als dieser Zaun um 1965 zusammenfiel, wurde die in der Zwischenzeit zerstörte Deckplatte des Thietisches an seiner heutigen Stelle, wahrscheinlich mit Steinen der ersten Großenroder Kirche, wieder aufgestellt. Früher wurden hier das offene Singen und Grillabende abgehalten. Heute finden hier Dorfveranstaltungen und die Schüttenhoff-Proklamationen statt.

Solche Thieplätze wurden früher für Volks- und Gerichtsversammlungen nach dem alten germanischen Recht errichtet und Thingplatz oder Thingstätte genannt. Sie lagen oft etwas erhöht an einem Baum (z.B. der Gerichtslinde). Diese traditionellen Dorfplätze findet man heute noch in vielen Orten in der Region.